Joggend auf dem Weg zum Nordbahnhof, Turbulenzen über Grönland und drei Fernseher nur für mich

Mein Rucksack ist gepackt, zu Yara gefahren, gewogen, mit Yaras Rucksack zusammengebunden worden und nach Cancun geschickt. Ich bleibe mit meiner Handtasche zurück. 

So, vielleicht nochmal als Erklärung für alle! 

Meine nächste Reise beginne ich mit Jonathan, Yara und Brenda. Das sind Freunde aus der Schule. 

Jonathan wird uns die ersten 4 Wochen begleiten und dann wieder zurück nach Berlin fliegen und Yaras Rückflug ist auf den 19. März gebucht. 

Brenda ist halb Mexikanerin und schon seit zwei Monaten hier in Mexiko unterwegs und besucht Familie und Freunde. Sie kommt, schon seid sie klein ist regelmäßig nach Mexiko spricht fließend Spanisch und kennt sich somit ziemlich gut aus. 

Ich selber habe es für diese Reise irgendwie nicht geschafft mich auf ein Rückflug zu beschenken und habe deswegen nur ein Hinflug Ticket. Wann ich wieder nach Hause fliegen werde ist also noch nicht klar. 

Surrend, holt mich die Garmin aus dem Schlaf. Es ist 6:00 Uhr. So richtig aufgeregt bin ich nicht und deswegen drehe ich mich noch einmal um und döse noch etwas vor mich hin. Kurze Zeit später steh ich auf, zieh mich an und mache mir noch schnell ein Müsli in der Tüte, bevor ich kurz darauf mit Mama und Papa das Haus verlasse. Wir sind gut in der Zeit – zum Glück. 

Die letzten Tage gab es immer wieder Blitzeis in Berlin und weil niemand so richtig gut damit klarkommt, besonders nicht die BVG sind teilweise die Oberleitungen der Straßenbahn eingefroren. So kommt es dazu, dass die Straßenbahn auch nach mehreren Tagen nur sehr unzuverlässig fährt.

Weil es mir aber schon sehr wichtig ist, rechtzeitig am Flughafen anzukommen entscheiden wir zum Nordbahnhof zu laufen und von dort aus die S-Bahn zu nehmen und von Potsdamer Platz mit dem FEX zum BR zu fahren. Da es zum Nordbahnhof dann doch mindestens 15 Minuten zu Fuß sind, verlassen wir das Haus und fangen wir gesteuert an zu joggen. Pünktlich schaffen wir es zum Flughafen. Bis jetzt hat alles reibungslos geklappt.

Den Flug nach Helsinki verschlafe ich fast komplett. Dort angekommen werde ich erst einmal mit strahlendem Sonnenschein begrüßt, aber auch mit 30 Minuten Verspätung. Wissen, dass mir nur 1 Stunde bleibt. Für die Passkontrolle und den Umstieg ins zweite Flugzeug werde ich etwas nervös. Das erste Mal bin ich eine der Person, die kurz nach der Landung hastig aus springt und mit gepackten Sachen im Gang steht. Eine nette Stewardess nimmt mir einen großen Teil der Nervosität. Und so finde ich mich, keine Viertelstunde später, rennend am Flughafen in Helsinki wieder.

Ankommen am Gate begrüßt mich eine Schlange an Menschen im Flugzeug angekommen, bin ich erst einmal sehr beruhigt. Nach kurzer Zeit fällt mir auf, dass super viele Plätze unbeliebt sind. Das Boarding ist abgeschlossen und so frage ich, ob es möglich wäre, ein Platz zu wechseln und in einer Dreierreihe am Fenster zu gehen. Das ist möglich und so verbringe ich die nächsten 10 Stunden mit viel Platz ein Fenster und drei Fernsehern.

Die unnerwartet zugewonnenen Beinfreiheit ist zwar schön für mich, bedeutet ja aber sehr viel mehr. Dass ich über Dallas fliege ist meinem begrenzten Budget geschuldet aber dass die Flüge auch durch die geringe Nachfrage so günstig sind fällt mir erst jetzt auf. Ich finde es schon krass wie politische Entscheidungen Einfluss auf solche Dinge haben und irgendwie fast schon schön zu sehen wie viele Menschen sich auch gegen einen Flug durch oder auch über die USA entscheiden. – irgendwie hinterlässt das ein hoffnungsvolles Gefühl bin mir. 


Über Grönland konntest du heftigen Turbulenzen der Pilot erklärt, dass erst in Spanisch, was mich erst einmal nicht so ganz beruhigt, aber anschließend auf Englisch. Scheinbar kommt es zu dieser Jahreszeit häufiger mal zu solch schlechten Flugbedingungen und so um fliegen wir die Zone. Jetzt befinden wir uns schon fast über Kanada. Die Turbulenzen sind viel weniger geworden und auch das Anschnallzeichen ist wieder erloschen. Keinen Grund zur Sorge also.

Der restliche Flug verläuft reibungslos und auch in den in den letzten Flug schaffende es pünktlich trotz ewig langen Schlangen zur Einreise in die USA, der erneuten Sicherheitskontrolle und dem Wechseln des Terminals.

Geschafft und voller Vorfreude steige ich aus dem letzten Flieger von Dallas nach Cancún. mit dem Kopf schon bei den anderen im Hostel rückt du letzte Hürde der Grenzkontrolle in den Hintergrund. Doch als ich an den Schalter trete und der Herr hinter der plexiglasscheibe mich nicht nach Mexico reinlassen möchte werde ich schlagartig in die Realität zurück katapultiert. „Nach Mexiko rein kann ich nur wenn ich einen Rückflug buche“ zumindest ist das dass was ich verstanden habe. Und meine Zeit in Mexiko beginnt so mit Ei. Paar Tränen und Leiter Panik. Und dann schnell großer Erleichterung denn wie sich rausstellt hilft weinen manchmal wirklich. Ein anderer Herr hinter einer anderen Plexiglasscheiben winkt mich nämlich mitleidig durch und verpasst mir meinen zweiten Stempel im Reisepass. Die darauffolgende Busfahrt und das Wiedersehen mit den anderen ist dann nur noch ein Klacks und fühlt sich an wie eine Riesen Erleichterung. 


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